Mieterstrom im Mehrfamilienhaus: Chancen, Modelle und Stolpersteine
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Mieterstrom im Mehrfamilienhaus: Chancen, Modelle und Stolpersteine
Mieterstrom verbindet Klimaschutz mit echter Kostenersparnis: Solarstrom vom eigenen Dach fließt direkt in die Wohnungen der Mieter. Was lange als kompliziert galt, ist seit dem Solarpaket I 2024 deutlich attraktiver geworden. Für Eigentümer und Hausverwaltungen eröffnen sich neue Spielräume – wenn man die Modelle kennt.
Was ist Mieterstrom?
Mieterstrom bezeichnet Strom, der in einer Photovoltaikanlage auf dem Gebäude erzeugt und direkt an die Bewohner geliefert wird, ohne das öffentliche Netz zu durchlaufen. Der Reststrombedarf wird über einen Reststromtarif aus dem Netz gedeckt. Mieter zahlen für den Solarstrom in der Regel weniger als für klassischen Netzstrom – typischerweise 26 bis 29 Cent pro Kilowattstunde – und Eigentümer erhalten zusätzlich den Mieterstromzuschlag aus dem EEG.
Klassisches Modell und Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung
Beim klassischen Mieterstrom tritt der Anlagenbetreiber als Vollstromlieferant auf – inklusive Reststrombelieferung, Abrechnung und Pflichten eines Energieversorgers. Das ist administrativ anspruchsvoll. Seit Mai 2024 gibt es mit der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV) eine schlankere Alternative: Hier liefert der Anlagenbetreiber ausschließlich den selbst erzeugten Solarstrom, der Reststrom kommt vom frei wählbaren Versorger der Mieter. Die Eintrittshürden sinken damit erheblich.

Mieterstrom in der WEG
In Wohnungseigentümergemeinschaften erfordert ein Mieterstromprojekt einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung. Zu klären sind Eigentümerstruktur der Anlage (Gemeinschaft, einzelner Eigentümer oder externer Investor), Pachtmodell für die Dachfläche, Messkonzept und steuerliche Behandlung. Die WEG-Reform und das Solarpaket I haben hier vieles vereinfacht – dennoch bleibt eine sorgfältige rechtliche und technische Prüfung Pflicht.
Wirtschaftlichkeit und Stolpersteine
Die Wirtschaftlichkeit hängt vor allem von Dachausrichtung, Dachgröße, Eigenverbrauchsquote und Strompreis ab. Faustregel: Je mehr Strom im Haus verbraucht wird, desto rentabler die Anlage. Kritisch sind die Messkonzepte, die Stromkennzeichnung und die Abrechnung gegenüber jedem Mieter – hier bietet sich häufig die Kooperation mit einem spezialisierten Dienstleister oder Stadtwerk an. Wer das Modell durchdacht aufsetzt, profitiert von planbaren Erträgen über 20 Jahre und einer messbaren Wertsteigerung der Immobilie.
Fazit
Mieterstrom ist 2026 attraktiver denn je. Mit der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung steht ein praxistauglicher Weg offen, der die bürokratische Belastung deutlich reduziert. Eigentümer und Verwalter sollten die Möglichkeiten frühzeitig prüfen – sowohl mit Blick auf gesetzliche Anforderungen wie das Gebäudeenergiegesetz als auch auf die Erwartungen der Mieter an bezahlbaren, klimafreundlichen Strom.
Bildquellen: Titelbild – Quelle: Pexels, Fotograf/Beitragender: Kindel Media | Bild 1 – Quelle: Pexels, Fotograf/Beitragender: Centre for Ageing Better. Lizenz: Pexels License (kostenlose kommerzielle Nutzung, keine Namensnennung erforderlich – hier dennoch zur Transparenz angegeben).



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