Kellernutzung und Kellerräume in der WEG 2026 – Rechte, Pflichten und häufige Streitpunkte
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Kellernutzung und Kellerräume in der WEG 2026
Der Keller gehört zu den am häufigsten umstrittenen Bereichen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Wem gehört welcher Kellerraum? Was darf dort gelagert werden? Und wer trägt die Kosten für Instandhaltung und Sanierung? Diese Fragen sorgen regelmäßig für Diskussionen unter Eigentümern. In diesem Beitrag klären wir die wichtigsten rechtlichen Grundlagen und geben praktische Tipps für einen konfliktfreien Umgang mit den Kellerräumen.
Sondereigentum oder Gemeinschaftseigentum?
Die Zuordnung der Kellerräume ergibt sich aus der Teilungserklärung. In den meisten WEGs sind die einzelnen Kellerabteile als Sondereigentum den jeweiligen Wohnungen zugeordnet. Die tragenden Wände, der Boden, die Decke, die Versorgungsleitungen und die gemeinschaftlichen Kellerflächen wie Waschküche, Fahrradkeller oder Heizungsraum gehören hingegen zum Gemeinschaftseigentum. Ein Blick in die Teilungserklärung und die Aufteilungspläne schafft Klarheit über die genaue Zuordnung.
Wichtig: Auch wenn ein Kellerraum zum Sondereigentum gehört, unterliegt seine Nutzung bestimmten Einschränkungen. Die Nutzung darf andere Eigentümer nicht unzumutbar beeinträchtigen und muss mit der in der Teilungserklärung festgelegten Zweckbestimmung übereinstimmen.

Was darf im Keller gelagert werden?
Grundsätzlich dient der Kellerraum als Abstell- und Lagerraum. Herkömmliche Gegenstände wie Möbel, Werkzeug, Sportgeräte oder saisonale Dekoration dürfen dort problemlos aufbewahrt werden. Nicht erlaubt ist hingegen die Lagerung von gefährlichen Stoffen wie größeren Mengen Benzin, Lacken oder Gasflaschen – dies verbieten sowohl die Brandschutzvorschriften als auch die meisten Hausordnungen. Auch eine gewerbliche Nutzung des Kellerraums ist ohne Zustimmung der Eigentümergemeinschaft in der Regel unzulässig.
Feuchtigkeit und Schimmel im Keller
Feuchtigkeit ist das häufigste Problem in Kellerräumen von Mehrfamilienhäusern. Ursachen können eine mangelhafte Abdichtung, aufsteigende Feuchtigkeit, defekte Drainagen oder falsches Lüftungsverhalten sein. Die Sanierung feuchter Kellerwände ist eine Maßnahme am Gemeinschaftseigentum und muss von der Eigentümerversammlung beschlossen werden. Eine professionelle Ursachenanalyse durch einen Sachverständigen ist vor jeder Sanierung empfehlenswert, um die richtige Maßnahme zu wählen.
Umnutzung von Kellerräumen
Immer häufiger werden Kellerräume für neue Zwecke genutzt: als Fitnessraum, Hobbyraum, Ladestation für E-Bikes oder als Abstellfläche für Paketboxen. Solche Umnutzungen gemeinschaftlicher Kellerflächen erfordern einen Beschluss der Eigentümerversammlung. Auch bauliche Veränderungen am Sondereigentum, die das Gemeinschaftseigentum betreffen – etwa der Einbau einer Steckdose an der Kellerabteilwand – bedürfen der Zustimmung.
Sicherheit und Brandschutz
Der Brandschutz im Keller hat höchste Priorität. Fluchtwege und Kellerflure müssen frei gehalten werden – das Abstellen von Gegenständen in gemeinschaftlichen Fluren ist brandschutzrechtlich verboten. Kellerabteile sollten mit Rauchmeldern ausgestattet sein, und die Kellerabteilwände müssen den Brandschutzanforderungen entsprechen. Brandschutztüren dürfen nicht dauerhaft offengehalten werden. Die Hausverwaltung sollte regelmäßig kontrollieren, ob die Brandschutzvorschriften eingehalten werden.
Kosten der Kellerinstandhaltung
Die Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums im Keller – also tragende Wände, Boden, Decke, Leitungen und gemeinschaftliche Räume – wird über das Hausgeld und die Erhaltungsrücklage finanziert. Für das Sondereigentum innerhalb des Kellerabteils trägt der jeweilige Eigentümer die Kosten selbst. Bei umfangreichen Sanierungen wie einer Kellerabdichtung können die Kosten erheblich sein und eine Sonderumlage erfordern.
Fazit
Die Kellernutzung in der WEG ist ein vielschichtiges Thema, das klare Regelungen erfordert. Ein Blick in die Teilungserklärung, eine durchdachte Hausordnung und die regelmäßige Kontrolle durch die Hausverwaltung helfen, Konflikte zu vermeiden und die Sicherheit aller Bewohner zu gewährleisten. Bei Feuchtigkeit oder Sanierungsbedarf sollte frühzeitig gehandelt werden, um größere Schäden und Kosten zu vermeiden.
Bildquellen: Titelbild – Quelle: Pexels, Fotograf/Beitragender: Tiger Lily | Bild 1 – Quelle: Pexels, Fotograf/Beitragender: Juhasz Imre. Lizenz: Pexels License (kostenlose kommerzielle Nutzung, keine Namensnennung erforderlich – hier dennoch zur Transparenz angegeben).



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