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Fernwärme in der WEG: Anschluss, Kosten und kommunale Wärmeplanung

  • vor 13 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Fernwärme in der WEG: Anschluss, Kosten und kommunale Wärmeplanung

Fernwärme gilt als eine der wichtigsten Optionen für die Wärmewende in Mehrfamilienhäusern. Statt eines eigenen Heizkessels bezieht die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) fertige Wärme aus einem Netz. Mit dem Gebäudeenergiegesetz und der kommunalen Wärmeplanung wird das Thema für viele Gemeinschaften konkret. Wir geben einen Überblick.

Wie Fernwärme funktioniert

Bei der Fernwärme wird Wärme zentral erzeugt – etwa in einem Heizkraftwerk, einer Müllverbrennungsanlage, aus Biomasse oder zunehmend über Großwärmepumpen und industrielle Abwärme. Über gut gedämmte Leitungen gelangt heißes Wasser zum Gebäude. Dort ersetzt eine kompakte Übergabestation die klassische Heizungsanlage. Der Platz für Kessel, Brennstofflager und Schornstein entfällt – ein Vorteil gerade in dicht bebauten Lagen.

Vorteile und Nachteile für die Gemeinschaft

Für die WEG bedeutet Fernwärme wenig eigenen Wartungsaufwand, keine Investition in einen neuen Kessel und häufig eine gute CO₂-Bilanz. In vielen Fällen erfüllt der Anschluss zudem die 65-Prozent-Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes für erneuerbare Energien. Dem stehen Nachteile gegenüber: Die Gemeinschaft bindet sich langfristig an einen einzigen Anbieter, der das Netz monopolartig betreibt. Preisänderungen folgen Preisgleitklauseln, die sich nur eingeschränkt beeinflussen lassen. Ein Anbieterwechsel ist – anders als beim Gas – praktisch nicht möglich.

Fachhandwerker montiert mit Werkzeug ein Heizungsrohr an einem Heizkörper

Kommunale Wärmeplanung und möglicher Anschlusszwang

Das Wärmeplanungsgesetz verpflichtet die Kommunen, eine Wärmeplanung aufzustellen: Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern bis zum 30. Juni 2026, kleinere Gemeinden bis zum 30. Juni 2028. Dabei werden Gebiete ausgewiesen, in denen der Ausbau von Wärmenetzen geplant ist. Kommunen können über eine Satzung einen Anschluss- und Benutzungszwang festlegen. Für WEGs lohnt es sich, den örtlichen Wärmeplan frühzeitig zu verfolgen, um Investitionen in die Heizung nicht doppelt zu tätigen.

Kosten, Abrechnung und Verträge

Auch für Fernwärme gilt die Heizkostenverordnung: Der Verbrauch muss überwiegend verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Die Kosten setzen sich in der Regel aus einem Grundpreis und einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis zusammen. Rahmenbedingungen der Lieferung regelt die Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme (AVBFernwärmeV). Vor einer Umstellung sollte die Gemeinschaft die Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen und Preisgleitklauseln genau prüfen und – wo möglich – Angebote vergleichen. Ein sauberer Eigentümerbeschluss und fachkundige Beratung sind hier Gold wert.

Bildquellen: Titelbild – Quelle: Pexels, Fotograf/Beitragender: Pavel Danilyuk | Bild 1 – Quelle: Pexels, Fotograf/Beitragender: Sergei Starostin. Lizenz: Pexels License (kostenlose kommerzielle Nutzung, keine Namensnennung erforderlich – hier dennoch zur Transparenz angegeben).

 
 
 

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