Schädlingsbekämpfung im Mehrfamilienhaus 2026: Pflichten, Kosten und Prävention
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Schädlingsbekämpfung im Mehrfamilienhaus 2026: Pflichten, Kosten und Prävention
Schädlingsbefall im Mehrfamilienhaus ist unangenehm und kann schnell eskalieren: Kakerlaken im Keller, Mäuse im Treppenhaus oder Wespenester am Dach betreffen nicht nur einzelne Wohnungen, sondern die gesamte Eigentümergemeinschaft. Die professionelle Schädlingsbekämpfung ist daher eine wichtige Aufgabe der Hausverwaltung. In diesem Beitrag erklären wir, wer für die Kosten aufkommt, welche Pflichten bestehen und wie sich Schädlingsbefall vorbeugen lässt.
Wer trägt die Verantwortung bei Schädlingsbefall?
Die Verantwortung für die Schädlingsbekämpfung hängt davon ab, wo der Befall auftritt und was ihn verursacht hat. Tritt der Befall im Gemeinschaftseigentum auf – also in Kellern, Treppenhausern, Müllräumen oder auf Dachböden –, ist die WEG als Gemeinschaft verantwortlich. Die Kosten werden über das Hausgeld umgelegt. Liegt die Ursache hingegen im Sondereigentum eines einzelnen Eigentümers – etwa durch unsachgemäße Lebensmittelaufbewahrung –, kann dieser für die Kosten herangezogen werden.
Der Verwalter ist verpflichtet, bei bekannt werdendem Schädlingsbefall zeitnah zu handeln. Das Infektionsschutzgesetz und die kommunalen Schädlingsverordnungen schreiben vor, dass bestimmte Schädlinge wie Ratten meldepflichtig sind. Kommt der Verwalter seiner Handlungspflicht nicht nach, kann er gegenüber der WEG schadensersatzpflichtig werden.
Häufige Schädlinge und Bekämpfungsmaßnahmen
Zu den häufigsten Schädlingen in Mehrfamilienhäusern zählen Schaben (Kakerlaken), Ratten und Mäuse, Silberfische, Pharaoameisen und Wespen. Jeder Schädling erfordert eine spezifische Bekämpfungsstrategie. Professionelle Schädlingsbekämpfer setzen auf integrierte Schädlingsbekämpfung (Integrated Pest Management), die chemische Mittel nur als letztes Mittel einsetzt und stattdessen auf Prävention, Monitoring und physikalische Methoden setzt.
Besonders kritisch ist Schabenbefall, da sich die Tiere rasant vermehren und Krankheitserreger übertragen können. Hier ist schnelles Handeln entscheidend: Ein professioneller Schädlingsbekämpfer sollte innerhalb weniger Tage beauftragt werden. Die Bekämpfung erfolgt in der Regel mit Gelködern, die in Küchen und Badezimmern ausgebracht werden. Mehrere Nachkontrollen sind notwendig, um den Erfolg sicherzustellen.

Prävention: So beugen Sie Schädlingsbefall vor
Die beste Schädlingsbekämpfung ist die Vorbeugung. Die Hausverwaltung sollte regelmäßig den Zustand der Gemeinschaftsflächen kontrollieren und typische Schwachstellen beseitigen: offene Mülleimer, undichte Rohrleitungen, Lücken in der Fassade oder schlecht abgedichtete Kellerfenster bieten Schädlingen Zugang und Nahrung. Auch die Müllräume sollten regelmäßig gereinigt und die Mülltonnen mit dicht schließenden Deckeln ausgestattet werden.
Ein präventiver Wartungsvertrag mit einem Schädlingsbekämpfungsbetrieb kann sinnvoll sein: Der Betrieb führt regelmäßige Inspektionen durch und kann bei Befall sofort eingreifen. Die Kosten liegen bei etwa 200 bis 500 Euro pro Jahr und sind über das Hausgeld umlagefähig. Für größere Anlagen oder bei bekanntem Befallsrisiko lohnt sich diese Investition.
Fazit: Schnelles Handeln und konsequente Prävention
Schädlingsbefall im Mehrfamilienhaus erfordert schnelles und professionelles Handeln. Eine erfahrene Hausverwaltung kennt die Meldepflichten, beauftragt zeitnah zertifizierte Schädlingsbekämpfer und sorgt durch regelmäßige Präventionsmaßnahmen dafür, dass es gar nicht erst zum Befall kommt. So werden Gesundheitsrisiken minimiert, Sachschäden vermieden und das Wohlbefinden aller Bewohner geschützt.
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